Gute Nacht G8 – Veranstaltungsreihe der Anti-G8-Koordination Vienna

In zwei Monaten ist es soweit, dann treffen sich die RegierungsvertreterInnen der acht wirtschaftlich und politisch mächtigsten Staaten der Welt. Der G8 Gipfel findet in dem Grand Kempinski Hotel im beschaulichen Heiligendamm (nähe Rostock) an der deutschen Ostseeküste statt.
Die Vorbereitungen zu Gegenprotesten laufen auf Hochtouren und sollen vom 2.-8. Juni bei den Aktionstagen in Rostock und Heiligendamm ihren Höhepunkt erreichen. So mobilisieren breite Bündnisse von NGO´s, Gewerkschaften, GlobalisierungskritikerInnen, Umwelt-verbänden, MigrantInnen und der radikalen Linken gegen den G8 Gipfel. Zu der Inter-nationalen Großdemonstration am 2. Juni werden bis zu 100.000 DemonstrantInnen erwartet. Zehntausende wollen die Zufahrtswege nach Heiligendamm blockieren um den Gipfel wirkungsvoll zu behindern und ihren Widerstand gegen Krieg, Armut, Kapitalismus und Umweltzerstörung einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen.
Ebenso bereiten sich auch Polizei, Militär und die deutsche Regierung auf die Proteste vor. So wird z.B. ein 13 km langer und 2,5 m hoher Sicherheitszaun um Heiligendamm gebaut, in dessen inneren Bereich jeglicher Protest untersagt ist. Die Polizei wird mit bis zu 30.000 Beamten im Dienst sein, was den G8 Gipfel zum größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik werden lässt.
Bereits seit Oktober 2006 hat sich die Anti-G8-Koordination Vienna gegründet um die Internationale Mobilisierung zu unterstützen und Gruppen und Einzelpersonen, welche sich dem Protest anschliessen wollen zu informieren.
Aus diesem Grund haben wir eine Veranstaltungsreihe in Wien organisiert, die inhaltliche Informationen zu den Thematiken der G8 und praktische Tipps für widerständige Menschen bieten sollen. Wir rufen daher nochmal alle emanzipatorischen Kräfte, Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, sich in die heisse Phase der Mobilisierung einzubringen und anfang Juni den G8 Gipfel in der Ostsee zu versenken.

Veranstaltung im Queer-Beisl: Bildet Bands statt Banden – Kapitalismuskritik und G8-Protest
25. April um 20h im Queer-Beisl (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien)


„Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld Mein Zuhause ist die Welt“

Jeans Team

Manchmal ist der „Pop“ auch einfach schneller als die „Linke“. Religionsgemseinschaften und Staatseroberinnen von Attac bis zu den letzten Anhängerinnen Lenins werden genauso zu den Protestierenden in Heiligendamm gehören wie die dortigen (Neo-)Nazis. Wer doch lieber protestiert, statt Musik zu machen, sollte die Gelegenheit nutzen, sich mit den unterschiedlichen Formen von Kapitalismuskritik und ihren Vor- und Nachteilen zu beschäftigen.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Veranstaltung: Gipfel stürmen / verkürzte Kapitalismuskritik
3.mai um 19:00 vekks (zentag. 26 1050 wien)

Innerhalb des Kapitalismus ergeben sich diverse Machtkämpfe und -differenzen. Ohne Zweifel befinden sich die G8 innerhalb dieser Ordnung an der Spitze und verursachen weltweit Zerstörung und Elend gegen die es sich zu wehren gilt. Trotzdem bewegen sich die G8 und andere internationale Institutionen primär entsprechend der kapitalistischen
Gesellschaftsstruktur. Sie daher für alle Probleme verantwortlich zu machen wäre verkürzt und zu einfach. Vorallem aber bedarf es mehr als gegen diese Institutionen vorzugehen, wenn wir für ein besseres Leben kämpfen wollen. Wir müssen nach der grundlegenden Beschaffeinheit der kapitalistischen Gesellschaft fragen und uns auch überlegen wie wir
einebessere Gesellschaft aufbauen können.


Veranstaltung zum Zusammenhang von kapitalistischer Zerstörung,
Flucht und Migration
4. Mai um 19:00 EKH (Wielandgasse 2-4 Wien X)

Für offene Grenzen! Gegen das globale Grenzregime!
Globale Bewegungsfreiheit (freedom of movement) war bereits der zentrale Slogan einer migrationsbezogenen Großdemonstration während der Anti-G8-Mobilisierung in Genua 2001. Im Rahmen der Anti-G8-Aktivitäten 2007 wird dieses Thema wieder auf der Tagesordnung stehen. Schon ab 19. Mai wird sich eine Karawane in Bewegung setzen, die die Problematik der zunehmenden Unterbringung von Flüchtlingen und MigrantInnen in Lagern thematisieren wird. Ausgehend vom Flüchtlingslager in Neuburg werden verschiedene Orte des Widerstandes angefahren, um so den Kämpfen in den Lagern mehr Öffentlichkeit zu verleihen und die Isolation zumindest ein Stück weit zu durchbrechen. Die Karawane will spätestens am 2. Juni in Rostock ankommen, um an der Großdemonstration teilzunehmen. Am 3. Juni findet ein Treffen zur Vernetzung der Proteste gegen die Migrationspolitik der EU und ihrer konkreten Auswirkungen statt. Am 4. Juni werden dezentrale Aktionen und eine Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle in Rostock stattfinden.

Bei der Infoveranstaltung am 4. Mai in Wien werden wir so weit bis dahin möglich über die Proteste, aber vor allem über die Hintergründe informieren. Warum werden Menschen dazu gezwungen, jahrelang in Lagern und Heimen zu leben? Wie sind die Zustände dort? Wie setzen sich die Menschen in den Lagern gegen die Zwangsmaßnahmen zur Wehr? Und mit welchen Repressalien sind sie permanent konfrontiert?

Veranstaltung zu G8 und globaler Landwirtschaft
7.Mai um 19:00 im Tüwi (Peter-Jordan-Str. 76)

Globale Landwirtschaft in katastrophalen Zuständen
Jedes Jahr sterben weltweit 30 Millionen Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Unterschiedliche Prozesse wie erzwungene Marktöffnungen, Preisdiktate durch Supermarktketten oder die Subventionierung der Lebensmittelproduktion für den Export zerstören systematisch die Existenzgrundlagen unzähliger Kleinbauern und -bäuerinnen insbesondere in den ärmeren Ländern. Monokulturen und Massentierhaltung haben katastrophale Auswirkungen auf natürliche Ressourcen wie Böden, Wasser oder biologische Vielfalt. Und auch die Qualität von Nahrungsmitteln wird hierdurch stark in Mitleidenschaft gezogen. Global agierende Konzerne des Nordens wie Monsanto oder Bayer eignen sich genetische Ressourcen des Südens mit Hilfe so genannter „geistiger Eigentumsrechte“ an und versuchen so, die Kontrolle über die Produktion von Nahrungsmitteln zu gewinnen. Mit anderen Worten: Sie bestimmen, was, wo, wie und für wen angebaut wird. Aber auch in den industrialisierten Ländern herrschen
ruinöser Preisdruck und massive Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft. Vor allem Kleinbauern und -bäuerinnen haben bei dieser Entwicklung keine Chance. Höfesterben ist die Folge.
Widerstand formiert sich
Weltweit organisieren sich Kleinbauern und -bäuerinnen, LandarbeiterInnen und Landlose, um ihre Interessen gegen Großgrundbesitzer, Großkonzerne, Regierungen und internationale Institutionen durchzusetzen. Sie besetzen Land, kämpfen gegen die Privatisierung von Wasser, brennen Genfelder ab, gründen Kooperativen sowie Erhaltungsprojekte für ihr traditionelles Saatgut. Sie kämpfen gegen die zerstörerische, neoliberal zugespitzte Agrar- und Fischereipolitik und sie kämpfen für Ernährungssouveränität, d.h. für das Recht, ihre Landwirtschaft und ihre Ernährung selbst zu bestimmen. Bei Gipfeltreffen internationaler Organisationen wie der Welthandelsorganisation WTO, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank sowie den G8-Treffen der reichsten Industrieländer werden die Widersprüche zwischen der herrschenden Politik und den Forderungen nach einer anderen, d.h. nicht-industrialisierten und nicht-kapitalistischen Landwirtschaft deutlich. PolitikerInnen, BürokratInnen und
VertreterInnen des Agrobuisiness sprechen von Hunger- und Armutsbekämpfung, verfolgen aber eine Politik, die zu mehr Vertreibung, Hunger und rasant wachsender Ungleichheit führt. Hiervon profitieren vor allem transnationale Konzerne und Großagrarier weltweit. In Solidarität mit dem weltweiten Widerstand und weil Nahrungsmittel und Landwirtschaft Lebensgrundlage für alle sind, tragen wir den Protest zum G8-Gipfel nach Heiligendamm.
http://dissentnetzwerk.org/wiki/index.php?title=Arbeitsgruppe_G8_und_Landwirtschaft


Veranstaltung: see ya in Heiligendamm
zum aktuellen Stand der Mobilisierung, geplanten Aktionen
und Rechtshilfe
11.Mai um 19:00 im EKH (Wielandgasse 2-4 Wien X)

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe, werden wir nochmal allen, die sich auf den Weg nach Heiligendamm machen wollen, die Möglichkeit bieten die neuesten Informationen zur Mobilisierung und den geplanten Aktionen geben.
Ebenso wollen wir über mögliche Fahrgelegenheiten nach Deutschland und die geplanten Camps informieren. Zum Abschluss wird es noch einen Themenblock zum Verhalten auf Demonstrationen, polizeiliche Repression und Rechtshilfe geben.

Weitere Ankündigungen !!!
Für weiteres praktisches Training zu den Protesten in Heiligendamm gibt es zwei weitere Workshops. Achtet auf weitere Ankündigungen!!!

11.-13. Mai Radical Clowm Army Training
Mitte Mai, Blockade Training der Kampagne Block G8

Für weitere Informationen zur Anti-G8-Koordination Vienna
anti_g8_wien@web.de www.g8wien.blogsport.de

Infos zu den Veranstaltungen und G8 allgemein:

http://nolager.de
http://dissentnetzwerk.org
http://gipfelsoli.org
http://no-racism.net
http:// med-user.net/ekh


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