“BAO Kavala” erläßt Allgemeinverfügung (generelles Versammlungsverbot außerhalb des Zauns)

Die Allgemeinverfügung untersagt
alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel im Zeitraum vom 30.05.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

im Gebiet innerhalb der technischen Sperre um Heiligendamm und bis 200 m vor der technischen Sperre, sowie im kleinen (seeseitigen) Sperrgebiet vor Heiligendamm,
alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel für den Zeitraum vom 05.06.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr und
alle unangemeldeten öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel für den Zeitraum vom 30.05.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

in dem in beiliegender Karte mit “II” gekennzeichneten Bereich,
alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel für den Zeitraum vom 02.06.2007, 00:00 Uhr bis 08.06.2007, 24:00 Uhr

für das Gebiet um den Flughafen Rostock – Laage. Alle bislang angemeldeten Versammlungen in diesen Räumen werden auf Grundlage der Allgemeinverfügung geprüft.

Karte 1

Karte 2

Kriminalisierung der G8-Proteste

Am 9. Mai hat die Bundesanwaltschaft mit ca. 1000 PolizeibeamtInnen bundesweit 40 linke Projekte, Wohnungen und Arbeitsplätze durchsucht. Als Vorwand wurde der Verdacht auf die Gründung einer terroristischen Vereinigung nach §129a angeführt, die angeblich den Ablauf des G8-Gipfels in Heiligendamm mit einer „militanten Kampagne“ stören wolle. Der Durchsuchungsbeschluss benennt namentlich 18 Verdächtige.

Bundesweit und international ist sich die Linke mit der Sprecherin der Bundesanwaltschaft einig, die sagte, die Aktion habe „einen terroristischen Hintergrund“. Denn wieder zeigt sich, wofür der §129 geschaffen wurde: Es geht nicht um die Aufklärung von Straftaten, sondern um die Durchleuchtung und Kriminalisierung von allem, was sich gegen die Herrschende Ordnung bewegt. Ihren Widerspruch gegen diese Repression machten am Mittwoch Abend um die zehntausend Menschen auf vielen Demonstrationen bundesweit und international klar, die größten in Berlin (5000) und Hamburg (3000).

Reaktion aus Wien:

100-120 Menschen auf Solidaritätsdemo für die Genoss_innen in Deuschland +++ ungestörte unangemeldete Demo bis zur deutschen Botschaft +++ unkoordnierte Polizei +++ keine Festnahmen +++ kurze, aber überraschende Demo
Am 9. Mai trafen sich Unterstützer_innen und Sympathisant_innen des G8-Protests und der bedrohten Freiräume am Schwarzenbergplatz in Wien. Im Gegensatz zu sonstigen langandauernden Sammlungs- und Demoformierungszeitspannen waren die Genoss_innen heute sehr pünktlich. Um 16:00 Uhr war ein Großteil der Demonstrant_innen schon anwesend, so dass sich der Demonstrationszug schon gegen 16:15 Uhr in Bewegung setzen konnte. Vorher wurde von der Rosa Antifa Wien noch ein Flugblatt zu Repression und Köpibedrohung verteilt ( http://www.raw.at/texte/sonstiges/pdf/koepig8.pdf). Polizei war weit und breit nicht zu sehen – daher bestand gar nicht die Möglichkeit die Demonstration anzumelden :P
Die Demonstrant_innen entschieden sich den Weg zur Metternichgasse auf der rechten Straßenseite des Rennweg im 3. Bezirk gehen, mit der Konsequenz, dass der Straßenverkehr dadurch teilweise eingeschränkt wurde. Es wurden sowohl Parolen gerufen, als auch Böller geworfen; wobei die Böller um einiges mehr Lautstärke und Power hatten als die Sprechchöre.
An der Metternichgasse angekommen bog der Demozug in dieselbe ab (inklusive Verkehrsbehinderung bei Überqueren der Straße) und bewegte sich zügig richtung deutsche Botschaft. Einige Genoss_innen bevorzugten spätestens ab diesem Zeitpunkt ein verhüllteres Auftreten.
An der Botschaft angekommen wurde der Eingang von Demonstrant_innen umstellt, etliche Böller und auch eine Farbbombe flogen.
Zu diesem Zeitpunkt trafen die ersten Streifenwagen der Polizei ein – zunächst mit gehöriger Distanz. Nachdem circa fünf Minuten vor der Botschaft Parolen skandiert wurden, entschied sich der Demozug weiterzuziehen.
Auf dem Rückweg zum Schwarzenbergplatz über Stroh-, Salesianer- und Zaunergasse nahm die Polizeipräsenz permanent zu. Neben „normalen“ Streifeneinheiten kamen auch immer mehr WEGA(Wiener Sondereinheit)-Beamt_innen hinzu. Aber auch diese beschränkten sich aufgrund ihrer heillosen Unkoordiniertheit darauf den unangemeldeten spontanen Demozug zu begleiten.
Gegen 16:50 kam der Demozug wieder am Schwarzenbergplatz an. Spontan wurde sich dann dafür entschieden zum Karlsplatz, wo sich auch die U- und S-Bahnanschlüsse befinden, zu ziehen. Die immernoch überforderte Polizei forderte weiterhin Verstärkung an. So dass davon ausgegangen werden kann, dass nach Beendigung der Demo mehr Polizist_innen in irgendeiner Form im Einsatz als Demonstrant_innen auf der Demo waren.
Am Karlsplatz angekommen löste sich die Demonstration in Windeseile auf und die Aktivist_innen verschwanden wieder so schnell wie sie aufgetaucht waren. Was dazu führte, dass die Polizei immernoch neue Mannschaftswagen ankarrte, als die Demonstrant_innen sich schon längst wieder aus dem Staub gemacht hatten.
Nach nicht einmal einer Stunde war der ganze Spuk vorbei und die umherspukenden Demonstrant_innengeister waren wieder in ihre Geisterschlösser verschwunden.
Die bürgerliche Presse war mit der Spontandemo anscheind genauso überfordert wie die Staatsmacht, anders ist folgender Artikel wohl nicht zu erklären ( http://wien.orf.at/stories/191996/). Nicht, dass ein Großteil der Demo die Freiheit für Christian Klar nicht unterschreiben würde, aber eigentlich gings heut um was anderes :)
Insgesamt eine schöne, spontane und schnelle Demo, die wohl nicht nur die Exekutive überraschte.

Quelle: http://de.indymedia.org/2007/05/176481.shtml

Anlaufpunkte, Rückzugsräume, Camps

Stand 4.5.:

Convergence Center:

- Berlin° 21.5. – ca. 1-2 Wochen nach dem Gipfel / mail.cc_berlin@nostate.net
Clash, Gneisenaustrasse 2 / http://clash-berlin.de
Köpi, Köpenickerstrasse 137 / http://www.koepi.squat.net/map.html
New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz / http://www.yorck59.net
- Hamburg° 25.5. – 10.6.2007 / Rote Flora, Achidi-John-Platz 1 – 20357 Hamburg / rote.flora@web.de / www.rote-flora.de
- Rostock 25.5. – 2.6.2007 / Knut-Rassmussen-Str. 8 – 18106 Rostock-Evershagen / cc-rostock@riseup.net / http://cc-rostock.dissentnetwork.org/

Camps: (-> http://www.camping-07.de)

- Basiscamp
Das Camp in Reddelich wird das Basiscamp für die Proteste vor den Zäunen sein.
Das Camp ist vertraglich gesichert und befindet sich auf einem erschlossenen, aber kaum bezogenen Gewerbegebiet im kleinen Ort Reddelich, 3 Kilometer westlich von Bad Doberan. Reddelich ist gut über die Bundesstraße 105, die direkt am Camp liegt und über die Bahn erreichbar. Mit Bahn oder Auto sind es nur eine gute halbe Stunde nach Rostock

- Rostock
Nach Verhandlungen mit der Stadt Rostock liegt inzwischen ein Vertrag für ein Gelände auf dem ehemaligen Grenzschlachthof beim Bürgermeister bereit. Dieser muß noch sein o.k. geben und dann wird er unterzeichnet.

Borderpoint Dresden:

Der Borderpoint hilft bei Grenzüberschreitungs- und Einreiseproblemen, kümmert sich um verhaftete und in Gewahrsam genommene Personen und bietet für durchreisende Personen und Gruppen Schlafplätze im AZ Conni an.
Der Infopunkt ist vom 23. Mai bis mindestens 10. Juni 24h besetzt. Alle weiteren Infos werdet Ihr auf unserer Homepage finden.
Infotelefon: EA: +49 351 89960456
e-mail: borderpoint-dd@so36.net

Infopoints:

- Berlin-Convergence-Center (21.5 – 16.6),
- Hamburg-Convergence-Center(25.5 – 10.06) und
- Reddelich-Camp (Ende Mai bis 09.06),
- Rostock-nähe Hauptbahnhof (rund um den 02.06),
- Bad Doberan-Innenstadt (03.06 – 09.06),
- Kröpelin-Marktplatz (5.06 – 09.06).
- Auch auf einem Camp in der Nähe von Rostock soll es einen Infopunkt geben.
- Der Infopunkt Rostock-Laage beim Hauptbahnhof wird vom 30.05. bis 02.06. besetzt sein.
- Zudem wird ein mobiler Infopunkt an unterschiedlichen Aktionsorten auftauchen.

Stop the nazi demonstration – 2nd June 2007 Schwerin

Fight antisemitism & capitalism!

While thousands of anti-G8 activists will held a mass demonstration in
Rostock at the 2nd of June, the fascist party NPD announced that at the same time
they are going to demonstrate in Schwerin. Up to 1500 neo-nazis will try to
present themselfes as the “only real anticapitalists” to media and
population. That has to be averted.

Anti-fascists in Mecklenburg-Vorpommern are confronted with a strong and
good-organised fascist scene. At the last elections in 2006 60.000 people
voted for them, so they gained six seats in parliament. Recently they place
emphasis on anti-G8 activities such as handing out leaflats or organising
demonstrations against globalization. Behind their “anticapitalism”
stands the supremely anti-Semitic and nationalist idea of a “world-wide
Jewish complot”, which threatens all nations, especially Germany.

Such ideologies are absolutely contradicting to our thoughts of an
emancipated society, where all people regardless of their age, sex, skin
colour or origin are equal. To point out the antifascist character of the
anti-globalization movement, it’s necessary to come to Schwerin and to take
part in actions against the fascist demonstration. It’s highest time to show
fascists in Mecklenburg-Vorpommern that they won’t be tolerated in the
streets of Schwerin on the 2nd of June, as well as anywhere else anytime.

Fight antisemitism & capitalism!


Hiphop against Capitalism Festival – die Bands

Nochmal zur Info:
am 5.5.07 im EKH!

Chaoze One feat. Lotta C.

Chaoze One, das ist fetter Rap aus Karlsruhe. Statt sexistisch-homophoben Battleeinheitsbrei – antirassistisch und antisexistisch. Die Texte sind teils melancholisch, wechseln zwischen persönlichen und politischen Themen, welche mit innovativen Beats, und der passenden Portion Aggression kombiniert werden. Wobei Chaoze One kein Autonomer ist der mal so rappt, er ist ein Rapper der autonom denkt. Das hat er seit mittlerweile über sieben Jahren auf zahlreichen Gigs und Demos und mit mehreren Alben und Kollaborations bewiesen.

Unterstützt wird er dabei von Lotta C. mit der er bereits länger auf Tour war und schon einige Tracks aufgenommen hat.

More infos: www.chaoze-one.de

Seizu:

Die Local Heros aus Wien X haben mittlerweile auf vielen Gigs bewiesen was sie können und waren ja auch schon einige Male bei uns zu Gast.

HipHop mit deutschen Texten, teilweise in Mundart, kombiniert mit anderen Musikrichtungen, von Reggae und Ska über Funk bis hin zu Punkrock. Textlich außerhalb der alt bekannten HipHop- Klischees angesiedelt, manchmal mit politischen und gesellschaftskritischen Botschaften.

Live besonders zu empfehlen weil: MCs + DJ + Live Instrumente = sehr tanzbar!

Wer schon mal das Vergnügen hatte weiss eh wovon wir sprechen…

More infos: www.seizu.at

Tres Monos feat Clous Tissa

Hip Hop aus Wien mit Roots aus dem Kongo und El Salvador und Einflüssen aus verschiedensten Musikrichtungen wie Rock, Ragga, Breakbeat und lateinamerikanischer Musik. Die Texte sind in Englisch, Französisch, Lingala, Spanisch
und Deutsch – setzen sich mit sozialkritischen und multikulturellen Themen auseinander.

Tres Monos verstehen sich als Kämpfer für ihre Sache: die Musik zu machen und unter die Leute zu bringen, die sie für richtig halten, ohne sich anzupassen, ohne Weichspüler, ohne die Ecken und Kanten zu schleifen.

More infos: www.tresmonos.com

Mieze Medusa feat Tenderboy

… sollten spätestens seitdem sie die Gewinner des letzten Protestsong-Contests waren eh jedem ein Begriff sein. Miezes Lyrics und tenderboys Beats bieten eine eigene Version von HipHop: Verschachtelte Referenzen durchbrochen von Punchlines referieren über die Basslast Alltag. Deutschsprachige Texte von Beziehungskisten über Politik bis Party, von SciFi zu Alltagssituationen….

more infos: www.miezemedusa.com

Aufs Maul:

Der Name ist Programm. Geballte Frauenpower kombiniert mit fettn Beats und Texten die garantiert Schranken und Vorurteile einreissen und das ohne Samthandschuhe…

Gute Nacht G8 – Veranstaltungsreihe der Anti-G8-Koordination Vienna

In zwei Monaten ist es soweit, dann treffen sich die RegierungsvertreterInnen der acht wirtschaftlich und politisch mächtigsten Staaten der Welt. Der G8 Gipfel findet in dem Grand Kempinski Hotel im beschaulichen Heiligendamm (nähe Rostock) an der deutschen Ostseeküste statt.
Die Vorbereitungen zu Gegenprotesten laufen auf Hochtouren und sollen vom 2.-8. Juni bei den Aktionstagen in Rostock und Heiligendamm ihren Höhepunkt erreichen. So mobilisieren breite Bündnisse von NGO´s, Gewerkschaften, GlobalisierungskritikerInnen, Umwelt-verbänden, MigrantInnen und der radikalen Linken gegen den G8 Gipfel. Zu der Inter-nationalen Großdemonstration am 2. Juni werden bis zu 100.000 DemonstrantInnen erwartet. Zehntausende wollen die Zufahrtswege nach Heiligendamm blockieren um den Gipfel wirkungsvoll zu behindern und ihren Widerstand gegen Krieg, Armut, Kapitalismus und Umweltzerstörung einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen.
Ebenso bereiten sich auch Polizei, Militär und die deutsche Regierung auf die Proteste vor. So wird z.B. ein 13 km langer und 2,5 m hoher Sicherheitszaun um Heiligendamm gebaut, in dessen inneren Bereich jeglicher Protest untersagt ist. Die Polizei wird mit bis zu 30.000 Beamten im Dienst sein, was den G8 Gipfel zum größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik werden lässt.
Bereits seit Oktober 2006 hat sich die Anti-G8-Koordination Vienna gegründet um die Internationale Mobilisierung zu unterstützen und Gruppen und Einzelpersonen, welche sich dem Protest anschliessen wollen zu informieren.
Aus diesem Grund haben wir eine Veranstaltungsreihe in Wien organisiert, die inhaltliche Informationen zu den Thematiken der G8 und praktische Tipps für widerständige Menschen bieten sollen. Wir rufen daher nochmal alle emanzipatorischen Kräfte, Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, sich in die heisse Phase der Mobilisierung einzubringen und anfang Juni den G8 Gipfel in der Ostsee zu versenken.

Veranstaltung im Queer-Beisl: Bildet Bands statt Banden – Kapitalismuskritik und G8-Protest
25. April um 20h im Queer-Beisl (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien)


„Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld Mein Zuhause ist die Welt“

Jeans Team

Manchmal ist der „Pop“ auch einfach schneller als die „Linke“. Religionsgemseinschaften und Staatseroberinnen von Attac bis zu den letzten Anhängerinnen Lenins werden genauso zu den Protestierenden in Heiligendamm gehören wie die dortigen (Neo-)Nazis. Wer doch lieber protestiert, statt Musik zu machen, sollte die Gelegenheit nutzen, sich mit den unterschiedlichen Formen von Kapitalismuskritik und ihren Vor- und Nachteilen zu beschäftigen.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Veranstaltung: Gipfel stürmen / verkürzte Kapitalismuskritik
3.mai um 19:00 vekks (zentag. 26 1050 wien)

Innerhalb des Kapitalismus ergeben sich diverse Machtkämpfe und -differenzen. Ohne Zweifel befinden sich die G8 innerhalb dieser Ordnung an der Spitze und verursachen weltweit Zerstörung und Elend gegen die es sich zu wehren gilt. Trotzdem bewegen sich die G8 und andere internationale Institutionen primär entsprechend der kapitalistischen
Gesellschaftsstruktur. Sie daher für alle Probleme verantwortlich zu machen wäre verkürzt und zu einfach. Vorallem aber bedarf es mehr als gegen diese Institutionen vorzugehen, wenn wir für ein besseres Leben kämpfen wollen. Wir müssen nach der grundlegenden Beschaffeinheit der kapitalistischen Gesellschaft fragen und uns auch überlegen wie wir
einebessere Gesellschaft aufbauen können.


Veranstaltung zum Zusammenhang von kapitalistischer Zerstörung,
Flucht und Migration
4. Mai um 19:00 EKH (Wielandgasse 2-4 Wien X)

Für offene Grenzen! Gegen das globale Grenzregime!
Globale Bewegungsfreiheit (freedom of movement) war bereits der zentrale Slogan einer migrationsbezogenen Großdemonstration während der Anti-G8-Mobilisierung in Genua 2001. Im Rahmen der Anti-G8-Aktivitäten 2007 wird dieses Thema wieder auf der Tagesordnung stehen. Schon ab 19. Mai wird sich eine Karawane in Bewegung setzen, die die Problematik der zunehmenden Unterbringung von Flüchtlingen und MigrantInnen in Lagern thematisieren wird. Ausgehend vom Flüchtlingslager in Neuburg werden verschiedene Orte des Widerstandes angefahren, um so den Kämpfen in den Lagern mehr Öffentlichkeit zu verleihen und die Isolation zumindest ein Stück weit zu durchbrechen. Die Karawane will spätestens am 2. Juni in Rostock ankommen, um an der Großdemonstration teilzunehmen. Am 3. Juni findet ein Treffen zur Vernetzung der Proteste gegen die Migrationspolitik der EU und ihrer konkreten Auswirkungen statt. Am 4. Juni werden dezentrale Aktionen und eine Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle in Rostock stattfinden.

Bei der Infoveranstaltung am 4. Mai in Wien werden wir so weit bis dahin möglich über die Proteste, aber vor allem über die Hintergründe informieren. Warum werden Menschen dazu gezwungen, jahrelang in Lagern und Heimen zu leben? Wie sind die Zustände dort? Wie setzen sich die Menschen in den Lagern gegen die Zwangsmaßnahmen zur Wehr? Und mit welchen Repressalien sind sie permanent konfrontiert?

Veranstaltung zu G8 und globaler Landwirtschaft
7.Mai um 19:00 im Tüwi (Peter-Jordan-Str. 76)

Globale Landwirtschaft in katastrophalen Zuständen
Jedes Jahr sterben weltweit 30 Millionen Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Unterschiedliche Prozesse wie erzwungene Marktöffnungen, Preisdiktate durch Supermarktketten oder die Subventionierung der Lebensmittelproduktion für den Export zerstören systematisch die Existenzgrundlagen unzähliger Kleinbauern und -bäuerinnen insbesondere in den ärmeren Ländern. Monokulturen und Massentierhaltung haben katastrophale Auswirkungen auf natürliche Ressourcen wie Böden, Wasser oder biologische Vielfalt. Und auch die Qualität von Nahrungsmitteln wird hierdurch stark in Mitleidenschaft gezogen. Global agierende Konzerne des Nordens wie Monsanto oder Bayer eignen sich genetische Ressourcen des Südens mit Hilfe so genannter „geistiger Eigentumsrechte“ an und versuchen so, die Kontrolle über die Produktion von Nahrungsmitteln zu gewinnen. Mit anderen Worten: Sie bestimmen, was, wo, wie und für wen angebaut wird. Aber auch in den industrialisierten Ländern herrschen
ruinöser Preisdruck und massive Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft. Vor allem Kleinbauern und -bäuerinnen haben bei dieser Entwicklung keine Chance. Höfesterben ist die Folge.
Widerstand formiert sich
Weltweit organisieren sich Kleinbauern und -bäuerinnen, LandarbeiterInnen und Landlose, um ihre Interessen gegen Großgrundbesitzer, Großkonzerne, Regierungen und internationale Institutionen durchzusetzen. Sie besetzen Land, kämpfen gegen die Privatisierung von Wasser, brennen Genfelder ab, gründen Kooperativen sowie Erhaltungsprojekte für ihr traditionelles Saatgut. Sie kämpfen gegen die zerstörerische, neoliberal zugespitzte Agrar- und Fischereipolitik und sie kämpfen für Ernährungssouveränität, d.h. für das Recht, ihre Landwirtschaft und ihre Ernährung selbst zu bestimmen. Bei Gipfeltreffen internationaler Organisationen wie der Welthandelsorganisation WTO, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank sowie den G8-Treffen der reichsten Industrieländer werden die Widersprüche zwischen der herrschenden Politik und den Forderungen nach einer anderen, d.h. nicht-industrialisierten und nicht-kapitalistischen Landwirtschaft deutlich. PolitikerInnen, BürokratInnen und
VertreterInnen des Agrobuisiness sprechen von Hunger- und Armutsbekämpfung, verfolgen aber eine Politik, die zu mehr Vertreibung, Hunger und rasant wachsender Ungleichheit führt. Hiervon profitieren vor allem transnationale Konzerne und Großagrarier weltweit. In Solidarität mit dem weltweiten Widerstand und weil Nahrungsmittel und Landwirtschaft Lebensgrundlage für alle sind, tragen wir den Protest zum G8-Gipfel nach Heiligendamm.
http://dissentnetzwerk.org/wiki/index.php?title=Arbeitsgruppe_G8_und_Landwirtschaft


Veranstaltung: see ya in Heiligendamm
zum aktuellen Stand der Mobilisierung, geplanten Aktionen
und Rechtshilfe
11.Mai um 19:00 im EKH (Wielandgasse 2-4 Wien X)

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe, werden wir nochmal allen, die sich auf den Weg nach Heiligendamm machen wollen, die Möglichkeit bieten die neuesten Informationen zur Mobilisierung und den geplanten Aktionen geben.
Ebenso wollen wir über mögliche Fahrgelegenheiten nach Deutschland und die geplanten Camps informieren. Zum Abschluss wird es noch einen Themenblock zum Verhalten auf Demonstrationen, polizeiliche Repression und Rechtshilfe geben.

Weitere Ankündigungen !!!
Für weiteres praktisches Training zu den Protesten in Heiligendamm gibt es zwei weitere Workshops. Achtet auf weitere Ankündigungen!!!

11.-13. Mai Radical Clowm Army Training
Mitte Mai, Blockade Training der Kampagne Block G8

Für weitere Informationen zur Anti-G8-Koordination Vienna
anti_g8_wien@web.de www.g8wien.blogsport.de

Infos zu den Veranstaltungen und G8 allgemein:

http://nolager.de
http://dissentnetzwerk.org
http://gipfelsoli.org
http://no-racism.net
http:// med-user.net/ekh

Vorläufiger Aktionsplan für Heiligendamm

Die gegenwärtige Planung für die Tage in und um Heiligendamm sieht nach relativ aktuellem Stand (01.2007) so aus:

31. Mai: Bombodrom, Freie Heide, “Vorläufige Neubesiedlung des Geländes”; Camp und Start Karawane nach Heiligendamm, evtl. mit Euromärschen

1. Juni: Sonderzüge von Attac nach Rostock; Abfahrtsorte: Basel, Salzburg, Bonn

2. Juni: Großdemonstration Rostock; voraussichtlich mit zwei Demonstrationssäulen, davon eine mit Auftakt-Kundgebungsort in Rostock-Lichtenhagen, Abschlußkundgebung, Konzert

2. Juni (voraussichtlich): Antifademo und Aktionen in Schwerin; Grund: NPD-Demo

3. Juni: Aktionstag Landwirtschaft; Konzert

3. Juni: Internationale Auftaktveranstaltung zum Alternativgipfel

4. Juni: Aktionstag Migration; Aktivitäten an Lagern, Ausländerbehörden, etc.; Demonstration Rostocker Innenstadt, größere Veranstaltung

4. – 7. Juni: Aktionen Zivilen Ungehorsams/ Blockaden

5. Juni: Aktionstag Antimilitarismus, Blockaden Flughafen Rostock-Laage und Heiligendamm

5. – 7. Juni: Alternativgipfel

6. – 8. Juni: G8-Gipfel; Treffen der Regierungschefs

7. Juni: Sternmarsch Heiligendamm, von Nienhagen, Kühlungsborn, Bad Doberan, Kröpelin

7. Juni: “Music and Message” – Konzert mit Grönemeyer u.a.

8. Juni (eventuell): Abschlusskundgebung

1. – 8./9. Juni: Camps

permanent: dezentrale, kreative Aktionen

hier nochmal verbildlicht:

Choreographie des Widerstands

I want change? We want change!

WE want change!

Hier entsteht die Homepage der Anti-G8-Koordinierung Wien.
Wenn du dich auch gegen das Treffen der G8-Mächte oder vielleicht sogar darüber hinaus engagieren willst, dann melde dich bei uns!